Tempelhof lieber als Freifläche statt als Freiraum

Zugegeben, die riesige Fläche, die da so plötzlich mitten in Berlin freigeworden ist könnte schon was hermachen. Ein paar Neuköllner betreiben das Vorhaben auch und fordern eine unkommerzielle Nutzung der 4 Mio Quadratmeter. Doch jetzt mal ehrlich - die meisten Anwohner wünschen sich nichts sehnlicher als dass da erstmal überhaupt nix passiert. Statt sich mit dem ollen Stoppel-Beton-Feld zu beschäftigen sollten vorhandene - und oftmals hervorragend ausgestattete Freiräume innerhalb der Wohngebiete genutzt und gestärkt werden als andauernd neue Riesenprojekte weitab vom Schuss zu fordern. Folgend einige Beispiele über die aktuellen Verteilungskämpfe auf dem Immobilienmarkt.

Die Liebig34 wurde vor kurzem verkauft und steht grad in Verhandlungen mit dem neuen Besitzer Padovicz für einen Pachtvertrag. Bisher ist dieser wenig von der Idee angetan das Projekt zu erhalten. Um ihn, aber auch den Bezirk selbst zu überzeugen, dass die Liebig34 mit XB und Infoladen Daneben als linke Freiräume die Mühe wert sind, wurde diese Woche über die aktuelle Situation aufgeklärt. Naja, jedenfalls gabs eine Spontandemo und irgendwie kam auch durch wofür bzw. wogegen demonstriert wird: “Queer, Pervers und Arbeitsscheu - Wir bleiben unserem XB treu!” Dass die Liebig34 als einziges Frauen-Lesben-Trans-Haus in Berlin nicht schon längst vom Senat aus dem Fonds für Frauenhäuser bezahlt wird, ist angesicht der geringen Anzahl der Frauenhäuser in Berlin, unverständlich.

Obwohl nicht explizit unsere Hood, waren wir letztes Wochenende in Potsdam, um gegen den Neubau des StadtSchlosses zu demonstrieren. Tatsächlich leistet sich Potsdam nach der Garnisionskirche nun ein weiteres irrelevantes aber prestigeträchtiges Bauwerk. Dass auch gegen die Schließung des Alternativklubs Spartacus und für den Erhalt des “Archiv” und des “La Datscha” demonstriert wurde, dürfte also nicht der einzige Grund für die 1400 DemoteilnehmerInnen gewesen sein. Nach der erfolgreichen Demo noch Besetzter-Party - ohne gehts natürlich nicht.

Die Verknappung unserer Möglichkeiten demokratischer Partizipation Raum zu geben, mag uns hart treffen. Viel härter aber trifft der Stadtumbau die individualisierten Nicht-Besser-Verdienenden. Die Hoffnung, dass die Mischung aus staatlichem Quartiersmanagment und privatwirtschaftlichem Pioniergeist zu einem Ausgleich von Kapital und Sozialem führt, hat sich nicht bewahrheitet. Die TAZ weiß auch schon was zu tun ist: Einzige Alternative - Eigeninitiative:

Wir müssen Lösungen finden, wie es weitergehen kann, ohne dass ewig viel Geld reingesteckt wird. Die Bewohner müssten es schaffen, ihre Projekte selbst in die Hand zu nehmen; verlässliche Strukturen, klare Regeln und Grenzen für alle Beteiligten seien die Grundlage dafür. Aber: Es braucht Zuckerle, sonst hängt den Engagierten irgendwann die Zunge raus.

Vor kurzem meldeten die Zeitungen, dass die Mieten in Friedrichshain-Kreuzberg im Verhältnis zu den Einkommen der BewohnerInnen unzumutbar hoch seien. Der aktuellen Studie vom Planungsbüro TOPOS zufolge bezahlen wir rund 1/3 unserer Einkommen für die Miete. Selbst der Immobilienverband IVD befürchtet die Verdrängung ganzer Bevölkerungsschichten an den Stadtrand:

Die Spitzenmieten besonders in der Innenstadt verdrängen die alteingesessenen und weniger zahlungskräftigen Bewohner. Immobilienunternehmen konstatieren eine »Binnenwanderung« in preisgünstige Randbezirke. So droht eine soziale Spaltung der Stadt. Der Senat hat darauf nach dem Ende des sozialen Wohnungsbaus kaum noch Einflussmöglichkeiten. Nötig wären bundesweite Regelungen zur Mietpreisdämpfung.

Ausgerechnet “Die Zeit” huldigt der Verdrängung mit einem Erfahrungsbericht eines zahlungskräftigen Zugezogenen: “Ich habe mich neun Mal verlaufen, davon dreimal in meiner 124 Quadratmeter Altbauwohnung, die mich in Dortmund ein Vermögen kosten würde.”
Die Beraterfirma Centacon meint eine Möglichkeit gefunden zu haben die Spaltung der Städt aufhalten zu können. Billig muss nicht immer häßlich sein: „So wie die Gesellschaft sich spaltet, wird sich der Wohnungsmarkt verändern; also Wachstum im Billigsegment und Wachstum bei Domizilen für Spitzenverdiener.“ entsprechend haben sie für Niedrigverdiener die Gecko-Häuser am Bersarinplatz saniert. Dass nicht der Zuzug von Sutdierenden das Problem ist, sondern die Luxus-Sanierung der Wohnungen ist bei Centacon noch nicht angekommen.

Bei solchen Entwicklungen hat nichtmal das Bezirksamt was zu sagen - auch wenn so prominente Opfer wie die Tilsiter Filmspiele öffentlich für Unruhe sorgen. Von der Einbeziehung der Betroffenen ganz zu schweigen. Die durften dafür aber kürzlich gegen neue Parkzonen im Samariterkiez entscheiden. Wow! Dass die Bar25 jetzt doch noch ein bisschen bleiben kann, ändert nichts an der krassen Ignoranz des Senats bzw. des Media-Spree Konsortiums. Senatorin für Stadtentwicklung Junge-Reyer frech im Interview: Bei den Mieten zeichnet sich insgesamt weiterhin eine moderate Entwicklung ab. Zu erwarten ist, dass sich der Mietenmarkt in Abhängigkeit von Qualität und Lage des Wohnungsangebots sowie der für die entsprechenden Wohnungsbestände gegebenen Nachfrage weiter ausdifferenziert. Im nationalen Vergleich der großen Städte bleiben die Mieten außerordentlich günstig.

Die Reaktion folgt am 29.11. mit einer Demonstration gegen Mietsteigerungen um 14 Uhr am U-Schlesisches Tor

Was passiert hinter den Zäunen?

Daniel von Abriss-Berlin denkt über all die Flächen und Ruinen in Berlin nach, die von Bauzäunen versteckt werden. Romantik ist beim Anblick dieser zu füllenden Räume fehl am Platz. Statt dessen müssen diese Gebiete und Orte der Zerrüttung in den Kontext der sich wandelnden Arbeitsgesellschaft – mit deren überflüssiggemachten Menschen – gestellt werden, da die entkoppelten Gebiete unmittelbares Resultat des Erwerbsarbeitswandels und Folgeerscheinungen des abhanden gekommenen Wachstums sind. Sie sind triste, brutale und unsichere Gegebenheiten in einer Gesellschaft, die permanent von Lichtern und Leuchtwerbetafeln geblendet wird. Ein paar von den Flächen werden in der Reichenberger Straße mit sog. Car-Lofts gefüllt. Was es mit diesen Lofts auf sich hat und was die Eröffnung für Kreuzberg 36 bedeutet, wird auf Indymedia anschaulich zusammengefasst.

Was passiert, wenn eine schöne Brache erstmal bebaut ist, stellt Felix von Wirres beim Besuch der O2-Arena fest:

Die o2-arena ist jetzt ungefähr 5 wochen alt und schon ganz enorm runtergerockt. aus den armlehnen kam bereits der schaumstoff gequollen, die toiletten sehen aus und riechen wie bei die mir zuhause und die halle hat den charme eines fünf jahre alten ikea-warenlagers (auch farblich). bei der gastronomie im „premium“-bereich erwartet man dann auch eher borcherts-köttbülar (…)

Neues aus der Stadtkultur

Das 1988 legalisierte Hausprojekt Reichenbergerstr. 114 soll verkauft werden. Nach Jahren der Selbstinstandsetzung durch die BewohnerInnen, ist das Haus reif um vom Kapital gepflügt zu werden. Vor der Versteigerung wurde nochmal kräftig gefeiert.. Macht ja Sinn, die potentiellen KäuferInnen mal vor Erwerb von solch risikobehafteten Investitionen eindringlich zu warnen. Offensichtlich mit Erfolg: Die Versteigerung wurde von Amts wegen auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Ostprinzessin ist eine der Ausschusszombis, die Mediaspree mutig aber zahnlos korrigieren wollen. Ihre Eindrücke vom Treffen mit dem Landesausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr:

Das mag hart klingen, aber nichts ist härter als die Härte der Ignoranz: Sämtliche vorgebrachten Ideen, Anmerkungen, Einwürfe und Korrekturen - egal ob sie charmant und freundlich oder weniger freundlich (seitens meiner Person) - vorgebracht wurden, fanden lediglich eine einstellige Resonanz - und zwar: 0
. Bleib tapfer..

Was passiert eigentlich mit Tempelhof? Indymedia gibt Auskunft: Wegen der technischen Anlagen bleibt aus Sicherheitsgründen auch nach der Schließung am 31. Oktober alles dicht. Ab Frühjahr 2009 kann in einer ersten Phase der Zugang für kleine Gruppen und einzelne Events gewährt werden, partiell und nur eine gewisse Zeit. In der Phase 2 (Beginn unbestimmt) sind dann Zwischennutzungen in dem am Columbiadann angrenzenden Bereich möglich.

18 Jahre Rigaer94 und Liebig34

Wurde auch Zeit, dass das Hausprojekt Rigaerstr. 94 erwachsen wird. Während das Frauen-Lesben-Trans-Hausprojekt Liebig34 frühreif pubertierte, hatten wir die Hoffnung bei der störrischen Sponti-Fraktion, dem Durchlauferhizter Rigaer94 schon lange aufgegeben. Gefeiert wird clevererweise parallel zur Demo gegen Vorratsdatenspeicherung am Samstag, den 10. Oktober ab 15 Uhr mit Kleinkunst, Kinderecke und Politik auf den Höfen der Rigaer94 und Liebig34. Ab 20 Uhr im Fahrradschuppen Karaoke und irgendwann Abends “Alltimes-Favourite” im XB. Soviel zum Programm. Jahrestage lohnen sich für gute Vorsätze - damit seid ihr als NutzerInnen der Kadterschmiede, des XB und des Infoladens natürlich gefordert. Die BewohnerInnen machen schon genug. In diesem Sinne, der 18 jährige und nun wieder aktuelle Kampf um Freiräume in der Rigaerstr. lohnt sich nur wenn die Freiräume auch genutzt werden. Streetart reicht einfach nicht aus.

Kaufen, verkaufen, mieten, pachten, lablen..

Gestern demonstrierten ca. 500 Menschen durch Mitte und Prenzlauer Berg, um für den Erhalt der Linienstraße 206 und anderen linken Hausprojekten in Berlin zu demonstrieren.

Das Kreuzberger Haus Reichenberger Straße 114 befindet sich wegen Verschuldung des Eigentümers Atze Brauner in Zwangsverwaltung und soll verkauft werden. Das Haus besteht aus Vorderhaus, Frauen-Seitenflügel und Hinterhaus-Fabrik. Potentielle Käufer haben in den letzten Tagen bei Besichtigungen ein “Modernisierungspotential” ausgemacht. Gerade im Hinterhaus, wo viele Menschen seit Jahren mit günstigen Pauschalmietverträgen leben, könnten großräumige Loftwohnungen entstehen.
Am 14.10.2008 um 9:00 Uhr soll das Haus im Saal I/144,Möckernstraße 130 zwangsversteigert werden.
Ein paar Tage später findet eine Tagung über Idee und Praxis neuer Eigentumsformen an Grund und Boden in Berlin statt.

Die Rigaer78 wurde bekanntlich von einer netten Stiftung gekauft, die wiederum das Haus an die BewohnerInnen verpachtet hat. Nachdem die ersten Aufräum- und Instandssetzungsmaßahmen auf Hochtouren laufen, werden die Vereinsräume im Vorderhaus bald eingeweiht. Und dafür wird ein neuer Name gesucht. Die ehemalige “Russenbar” war lange Zeit eine Kneipe im Kiez, bis sie wegen eines Brandes, Ende der 90er Jahre, geschlossen wurde. Für gute Vorschläge winkt eine Kiste feinstes Sternburg!

Und was passiert eigentlich in der Liebig34.. Pssst.. da kommt bald was..

Bürgerbeteiligung und kein Ende

Nach dem Debakel mit dem nicht umgesetzten Mediaspree-Bürgerentscheid, verlieren viele die Lust an den Partizipationsmöglichkeiten, die uns die Stadt gerade bereithält. Da es scheinbar keine Alternativen zu den zahnlosen Ausschüssen, verwirrenden Fachgesprächen und den Wunschrunden mit dem Bürgermeister gibt, beschäftigen sich einige mit diesen Mitteln der Demokratisierung von Verwaltungsstrukturen.

Nach der Eröffnung: Verkehrschaos auf Zu- und Anfahrtswegen, Rückstau bis in die Karl-Marx-Allee, viel zu wenig Parkplätze um die O2-Arena. Das Bezirksamt verweist auf ein noch nicht vollständig umgesetztes Verkehrskonzept: Die Wohngebiete in der Nähe werden umgebaut, um mehr Fläche freizugeben. Hier lohnt sich der Spruch: Achtet auf Ankündigungen! Wer im Vorfeld mitreden möchte, kann versuchen an der öffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Wohnen der BVV-Friedrichshain-Kreuzberg am 7.10. um 18 Uhr teilzunehmen.

Wer sich durch das Infotainment des Bezirksamt klickt findet aber noch andere amüsante Dinge. Was ist eigentlich aus dem Bürgerhaushalt 2009 geworden? Geplant ist nach der Sommerpause zwei öffentliche Veranstaltungen in den beiden Ortsteilen Friedrichshain und Kreuzberg zu organisieren, in denen den Bürgern Informationen über die Möglichkeiten der Umsetzung oder Nichtrealisierbarkeit ihrer Vorschläge gegeben werden.

Seit Anfang dieses Jahres gibt es das Bürgerforum Stralau, das sich mit den städtebaulichen Veränderungen auf der Halbinsel befaßt und dabei eine Stimme der dort lebenden Bürger sein möchte. Auf dem Stralau-Blog wurde nun eine Veranstaltung des Bürgerforums im Nixenkai besucht und die Frage aufgeworfen was eigentlich Denkmalsschutz bedeutet, wenn es sowieso nur davon abhängt, ob der Investor das jeweilige Denkmal erhalten möchte.

Wie bevorzugen daher andere Formen des bürgerschaftlichen Engagements, beispielsweise die renitente Verweigerung, der am persönlichen Vorteil orientierten Berliner: 2/3 der Autofahrer haben keinen Bock auf die Umweltplakaete - vielleicht mit Erfolg. Das Rauchverbot wurde schließlich auch gekippt.

Wer sich nicht wehrt und nicht mal versucht sich zu beteiligen, lebt verkehrt. Was passiert, wenn mensch der Bourgeoisie alles durchgehen läßt schreibt der Berlin-Blogger Elementarteile:

Reich und Schön wohnt seit knapp einem Jahr neben mir in Eigentums-Etagenwohungen, zu Reich und Schön gehört auch Prinzessin. Prinzessin hat heute Geburtstag, 5 andere Prinzessinen sind eingeladen. Die Anlgage ist im Garten aufgebaut, Soundcheck, dann die Alleinunterhalterin mit dressierten Hunden, 2 Stunden Programm. Dann Kinderlieder, durch die Anlage gepustet. Eben, 23 Uhr wurden vom Caterer die kalten Platten ins Haus getragen. Prinzessin ist vielleicht 3 geworden, hächstens 4…

O2-World: “Platz für Siege”

“Machen wir aus der feierlichen Eröffnung ein Ereignis, das den exklusiv geladenen Gästen noch lange in schlechter Erinnerung bleiben wird”, war die Hoffnung vor der gestrigen Eröffnung der Anschutz-/O2-Halle am Spreeufer in Friedrichshain-Kreuzberg. Das ist uns, allen gemeinsam, im wesentlichen gelungen. Für Anschutz, O2, MediaSpree und die verantwortlichen Politiker_innen war der gestrige Abend ein ganz schönes Desaster! Ein Indymedia-Artikel fasst die Berichte vieler Augenzeug_innen und Beteiligten zusammen.

Und was sagen die anderen Berliner zu der Halle? Unser Lieblings ex-Fritz-Moderator, ex-Linker, ex-Weltverbesserer Johnny Haeusler: Nein, wir waren nicht dabei, bei der gestrigen Eröffnung der „O2 World“ in Berlin, weder auf der einen noch der anderen Seite, doch als wir das abschließende Feuerwerk am Himmel sehen konnten, dachten wir für einen Moment: Ach, guck an, das erste Schwarze Loch und ausgerechnet das neue Enormodrome hat’s zuerst erwischt!
Die TAZ sieht es prakmatisch: Dass die Halle nun steht - kein Argument. Wer Paläste abreißen kann, kriegt auch Sporthallen klein.
Im Abgeordnetenhaus wurde gefordert, die ganze Alternativkultur nach Brandenburg zwangsumzusiedeln, damit die Struppis hier nicht rumstressen.
Die Berliner Zeitung rückt den Hang der Berliner zu Volksmassen der Superlative ins rechte Licht: Zum Feuerwerk liefen Slogans wie “Platz für Helden” und “Raum für Siege” über die LED-Glasfassade. Die Hallen-Gegner waren in diesem Moment nicht die Einzigen, bei denen diese Bilder vage Erinnerungen an eine andere berühmte Berliner Mehrzweckhalle weckten. Den abgerissenen Sportpalast. P. Anschutz ist laut Cicero christlicher Fundamenalist, der massig Kohle bei rechten Gruppierung in den USA ablässt. Schlimmer noch als der Sieg des Neoliberalismus wäre die Rückkehr zur Vormoderne..

Siege wie wir sie mögen auf dem diesjjährigen Häuserrennen in Friedrichshain: Das fitteste Haus von Friedrichshain wurde die Scharnie 38, das eleganteste die Kreutziger 19 und das renditeversprechendste Haus wurde die Villa Felix, derem ganz speziellen Gefährt sogar die anwesenden Polizisten Respekt zollte.
Das Hausprojekt Linie206 braucht auch Siege und plant für Ende September eine Demo. Die 18 Bewhoner_Innen, so wie die Bands und Projektgruppen des Hauses stehen vor der Wahl 40 000 Euro an die aktuellen Eigentümer zu zahlen oder das Konzept eines emanzipativen Freiraums aufzugeben. In Mitte geht es zur Zeit einigen Projekten an den Kragen. Sei es der Schokoladen, die Brunnenstrasse 183, oder der Kastanie, die sich immer noch mit ihrem neuen Besitzer rumschlägt. Aus diesem Grund findet am 26. September um 17 Uhr am Rosentahler Platz eine Demo für den Erhalt linker Freiräume statt.

Immobilienrally notwendiger denn je

Am Samstag findet ab 14 Uhr mal wieder das Häuserrennen statt. Startpunkt der Demo ist Rigaerstr./Liebigstr. und endet auf der Oberbaumbrücke. Baut euch eine trag- oder fahrbare Hauskonstruktion und gewinnt den Preis für das “Rendite versprechendste” Haus. Danach sind etliche VoKüs/Veranstaltungen/Partys geplant - wie immer total kurzfristig von Mund zu Mund mobilisiert.
Die “Rennsaison um Abschreibungsobjekte, Immobilienmaklerei und Investionsgelder” wird damit eingeläutet. Tatsächlich stellt sich Berlin auf einige dreckige Dinge ein. Das Hausprojekt Liebig14 hat eine herbe Niederlage vorm Amtsgericht Lichtenberg hinnehmen müssen. Demnach sind Räumungsklagen des Besitzers Beukler gegen die BewohnerInnen des Projekts erfolgreich, wenn die Kündigungen wegen baulicher Veränderungen (in diesem Fall eine Zwischentür) ausgesprochen wurden. Schon nächste Woche wird über eine weitere der zehn Wohnungen entschieden.
Das Kulturprojekt “Fleischerei” am Rosenthaler Platz wurde gekündigt. Selbst auf der Auszugsparty wird nochmal nachgetreten - zu laut, gibt auf die Fresse..

Beim NewYorck sieht es nicht besser aus: Die Verhandlungen über einen Mietvertrag für die seit 3 Jahren besetzten Flächen im Bethanien-Südflügel am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg sind in einer entscheidenden Phase. Während der Projektezusammenhang „NewYorck im Bethanien“ bereit ist, eine kostendeckende Miete zu zahlen, die auch eine gemeinnützige Projektarbeit möglich macht, droht der Vertragsabschluß an den überzogenen Mietforderungen und an der Unbeweglichkeit der Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE) und des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg zu scheitern. Währenddessen ist das sOfa ausgezogen und ist damit der Kündigung gefolgt.

Und wo das alles hinführt, wissen wir spätestens seit dem Quartiersmanagment am Boxi: Was nach der ganzen Sanierung, Abschottung und Vereinzelung bleibt, sind wenige öffentliche Plätze wie der Boxhagener Platz, an dem sich alles sammelt was sich früher noch aus dem Weg gehen konnte. “Wie eine Ratte im Labyrinth muss man die Wege zu Ende gehen bis hin zu den wenigen Durchgängen nach außen.” Und alles nur damit der Kapital-Standort Berlin nicht mal so aussieht wir bei denWeb Urbanists schockierend dargestellt.

Aber jetzt gibts ja sowas wie Bürgerbeteiligung. Die Senatsverwaltung macht uns das Angebot, bis zum 6. Oktober den Flächennutzungsplan zu kommentieren. Das hat Auswirkungen auf Tempelhof - also ran an die Tastaturen! Einzige Alternative scheint die Eigeninitiative! Die Nutznießer mal für die Inneneinrichtung zahlen lassen oder selber Stadtteilinitiativen gründen..

Nicht vergessen: Mittwoch, 10. September, 17.30 Uhr “Nussbaumparkettlogen für Alle!”

Eure Baustellen

Ja, ja, die O2-Arena wird am 10. Septmeber eröffnet. Wir haben es alle mitbekommen müssen. Wer sich an der Eröffnung beteiligen möchte, trifft sich jeden Montag um 19 Uhr im New Yorck im Bethanien. Oder einfach nur zur Erstürmung der Bastille der Arroganz am 10.9. um 17.30 Uhr am Kottbusser Tor. Naja, wenigstens können wir bald wieder in der Spree baden - leider ohne Strand..

Baustellen-Panorama Ostkreuz
Auch an anderen Baustellen wird nicht gekleckert.. Mit Hochdruck arbeitet man am Bahnhof Ostkreuz an der Gründung der Fundamente für die Kynaststraßen- und Ringbahnbrücke. Nunsind gleich zwei Bohrpfahlmaschinen im Einsatz. Vielleicht lässt sich ja dadurch das erneute Arbeitsverbot für Sonntage etwas wett machen. Laut Plan sollen bereits im Januar die ersten Gleisbrücken der Ringfernbahntrasse gebaut.

Währenddessen versucht das Bezirksamt das SOfA aus dem Bethanien zu werfen und stellt hohrende Mietforderungen von knapp 8 Euro pro m2. So war das beim Bürgerbegehren 2006 aber nicht gemeint! Das Bethanien sollte nicht privatisiert und kommerzialisiert werden und weiterhin einer öffentlichen Nutzung unterliegen. Jetzt ignoriert die Politik den Willen der Bevölkerung: Sie verlangt Mieten, die faktisch eine Kommerzialisierung bedeuten, droht dem interkulturellen AnwohnerInnenforum mit Räumung und verhindert und ignoriert das Engagement neuer, belebender Projekte. ABRISS-Berlin ist aus der Sommer-Melancholie erwacht und deckt die ganze Geschichte auf.

Ein Mini-Tip zum Schluss (obwohl wir sowas eigentlich nur bringen wenn es Veranstaltungen im Infoladen sind): 28. August, Zielona Gora, Filmvorführung “Berlin Babylon”: Hubertus Siegert spielt auf der ganzen Klaviatur cineastischer Möglichkeiten und komponiert die stimmungsvolle Symphonie einer Hauptstadt zwischen Größenwahn und Unvermögen.

Die soziale Stadt verkauft.. Vermeintliche Chancen der Stadtentwicklung

Unsere Liebilings-Städtebau-BeobachterInnen von ABRISS-Berlin sind frustriert:

Mediaspreesonderverarschungsausschuss? Zwangsumzüge bei Hartz4lern! Gasometer-Großprojekt! Abriss von wichtigen Bauten der Moderne! Öffentlicher Besitz verramscht! Baumafia hofiert! Wie lang haben Sie Zeit, hier weiterzulesen!? Wieviele Beleg-Links möchtet ihr anklicken?

Grund für diesen Pesimismus ist nicht nur die herrschaftliche Begutachtung der Ländereien durch Senatorin Ingeborg Junge-Reyer und Wowereit letzte Woche, sondern das geballte Wissen was ABRISS-Berlin angehäuft hat und dass die Abteilung Stadtentwicklung freundlicherweise zur Verfügung stellt. . Doch wie es richtig läuft weiß niemand so recht. Jetzt wird beispielsweise darüber gestritten, wer für die Initiative Media-Spree-Versenken ab September im zahnlosen Sonderausschuss des Bezirksamts sitzen soll. (mehr…)

Nazis morden, Knackis leiden, Hausprojekte sind bedroht. Aber das Wochenende naht..

Wir weichen von unserem Blog-Thema ab, weil uns einiges aufregt und wir unseren Bautag am Sonntag vorverlegen, um zu einer Mahnwache in den Osten Berlins zu fahren: In Marzahn wurde gestern Vormittag ein vietnamesischer Zigarettenhändler von einem Rassisten abgestochen. Im XB-Liebig nebenan haben die Biermeilen-Hools am letzten Wochenende eine Scheibe demoliert und etliche Leute in der Peripherie verletzt. Nebenbei läuft grad der größte Hungerstreik in deutschen Knästen aller Zeiten.

Die Liniestraße 206 in Mitte Dass die Linienstraße 206 in Mitte verkauft wurde und die BewohnerInnen des Hausprojekts heute eine kleine Demo gemacht haben ist kein Skandal. Eine absolute Randspalte, aber uns tief erschüternd: Der Hauptstadtblog macht sich tatsächlich über obdachlose Menschen rund um den Kotti lustig > und raus aus dem Feed-Reader mit den reaktionären Schweinen! Das Stadtkind hält mit einem Gedicht, einer Ode an das Kottbusser Tor, dagegen. Ladyfest–Fuckparade–Quartiersmanagment (mehr…)

Erde, Dreck und Infektionen statt Sommerpause

Während sich Berlin größtenteils auf Festivals rumtreibt, im Urlaub ist oder für Karrierezwecke einschließt, wollen wir hiermit dafür werben den Sommer auf den Straßen zu verbringen und sich handarbeitend in Hausprojekten und Nachbarschaftsgärten einzubringen.

Der Nachbarschaftsgarten Rosa Rose in der Kinzigstr. 11 ist durch Bauarbeiten zu einem Mini Gartenanbschnitt RestRosaRose (RRR) zusammengeschrumpft. Hier werden weiterhin Beete angelegt und gepflegt. Weiterhin ist die Rosa Rose offen organisiert und es kommen neue Leute hinzu. Am 16. August ist die Rosa Rose auch auf dem Hoffest der Kinzig9 vertreten. Zuletzt mit TOP-Story im Berliner Kurier!

Manche Revoluzzer werfen Bomben, diese Rebellen lassen Blumen sprechen. Ihre Molotowcocktails sind mit Samen und Erde gefüllt. Dem tristen Grau der Großstadt rücken sie mit bunten Blüten zu Leibe. “Guerilla-Gärtner” nennen sie sich - und tatsächlich ist ihr Treiben verboten! Bis zu 5000 Euro muss abdrücken, wer anderer Leute Eigentum bepflanzt.(…) Die Guerilla-Gärtner haben “Rosa Rose” noch nicht aufgegeben. Obwohl kaum mehr als wildes Grün und Schilder “Kinderbeet”b an den Kiez-Treff erinnern. Ist es Zeit für die Öko-Rebellen, sich ganz auf “mobile Protestformen” zu verlegen?

Um das Bethanien wird aktuell für interkulturelle Nachbarschaftsgärten gekämpft. Die Initiative hat wie alle anderen (z.B. Laskerwiesen, Klausenerplatz, Landwehrkanal und die Freunde des Mauerparks) einen Blog und macht vortreffliche Öffentlichkeitsarbeit.

In und um die Liebig34 passiert grad eine ganze Menge und es könnte sein, dass wir bald mit froher Kunde an die Öffentlichkeit treten. Gestern wurde schonmal der Hof aufgeräumt, die Internetseite aktualisiert und eine Bank vor dem Infoladen eingeweiht.

Etwas Entspannung soll es ja sowieso geben: Mit dem kommenden Mietspiegel soll das Wachstum der Mieten gedämpft werden, so ein Vorhaben der SPD. Insbesondere bei schlecht isolierten Wohnungen soll die Miete stark gedeckelt werden.

Stellvertreter-Kriege um Homogenität von Bezirken

Der Berliner Soziologe Hartmut Häußermann überlegt im neuen Spiegel, wie man eine Homogenisierung von Stadtvierteln verhindern kann. Das letzte Mal, als er Mitte der 90iger über die Ghettoisierung von Vierteln nachgedacht hat, wurden in vielen Bezirken Quartiersmanager engagiert.



So langsam haben es alle mitbekommen: Am Sonntag ist mal wieder “Wasserschlacht” auf der Oberbaumbrücke. Friedrichshain verhandelt die Grenzen zwischen Ost und West mit Kreuzberg neu. Diesmal werden wir die Kreuzberger Invasoren wohl nachhaltig bis zum Görli treiben - späte Genugtuung nach den Opfern, die wir mit der Bezirksreform bringen mussten. Der militaristische Duktus der Friedrichshainer Wasserarmee kommt nicht von ungefähr. Ein Kommentar eines Frontsoldaten:

Die Geschichten über Säckeweise Exkremente verschiedener Säugetiere, Mitte der 90iger Jahre, sind alle wahr. Das muss jetzt auch mal selbstkritisch gesagt werden. Letztlich sind wir von der WAF verantwortlich für das scheinbar natürliche Zucken vieler Kreuzberger, wenn mal jemand laut wird.
Ein paar Neuköllner wollten auch mal erfolgreich sein und haben die Kreuzberger ebenfalls herausgefordert: Gegen Dehydrierung und Gentrifizierung.

Der Widerstand gegen das Mediaspree-Projekt hat mit dem am 13. Juli gewonnenen Bürgerentscheid seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Doch damit ist Mediaspree nicht versenkt. Die nahe Zukunft wird zeigen wie wenig der Bürgerentscheid gebracht hat.

Die Deutsche Bahn baut den Bahnhof Ostkreuz um. Eine Bürgerinitiative hat da keinen Bock drauf, weil das Prestigeprojekt den Sozialraum drumherum nicht zum Guten verändern wird. Sie begleitet die Bauarbeiten kritisch, detailliert und manchmal auch juristisch. Am Sonntag ist fortan Ruhepause für die Bauarbeiter, da die BI erfolgreich wegen Lärmbelästigung geklagt hat. Der sonst ganz ordentliche Hauptstadt-Blog schäumt vor Wut und wartet mit einer üblichen Argumentation auf:

Am Ostkreuz könnten derzeit die Bauarbeiten in vollem Gange sein, wenn nicht eine Bürgerinitiative erneut große juristische Knüppel auspackt. Die Kaffeetafel ist gerettet.

Bürgerentscheid versenkt..

Kaum ist der Bürgerentscheid gegen das Bauprojekt Media-Spree mit 87% Gegenstimmen erfolgreich ausgefallen, wird gefordert Bürgerentscheide wieder abzuschaffen. Während in der Berliner Zeitung schon die Kultur der Mitsprache gefeiert wird, fordert die FDP die Investorenträume gegen die egoistischen Althippies durchzusetzen. Der Senat sichert den Investoren Planungssicherheit zu und entscheidet sich damit gegen den Gemeinwillen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Wir-Bleiben-Alle Kampagne will zumindest den Mehrheitswillen der Berliner bzgl. Flughafen Tempelhof umsetzen. Der Volksentscheid, der im April von den Fluggesellschaften für den Erhalt des Flughafens angestrengt wurde, war gescheitert. Nun wird diskutiert wie das Gelände mitten in der Stadt nach Einstellung des Flugverkehrs im Oktober sinnvoll genutzt werden kann. Der erste ernstzunehmende Gesprächskreis hat sich schon gestern getroffen.

Quartiersmanagement Görlitzer Park

Wozu braucht dieser Park das Engagement von Quartiersmanagern?, wäre unsere Frage auf die letzte Woche stattfindene Veranstaltung “Kiezgespräch Görlitzer Park” gewesen. Initiiert durch Bezirksamt und staatlich finanzierte Stadtumstrukturierer ging es eher um die Pseudo-Aktivierung eines Idealtypus-Bürger, der so nur in der Wunschvorstellung der Stadtplaner existiert: Hart arbeitend, gebildet, am Gemeinwohl interessiert. Der Görli soll eine Oase der Ruhe für genau jene Menschen werden. Der Appell ist nicht unbegründet - schließlich sollen die umstehenden Wohnhäuser durch den Park ökonomisch aufgewertet werden, was gerade angeblich verhindert wird.

“Gerade jetzt im Sommer wird es besonders augenfällig und unangenehm: Der Dreck und die aggressiven Belästigungen der Dealer im Görlitzer Park nehmen überhand. Viele Anwohner/innen meiden deshalb den Park.”

Was wirklich diskutiert wurde und ob hier wirklich der verkleidete Law-and-order-Staat hinter steckt, kann auf einem nahezu unabhängigen Bericht auf Indymedia nachgelesen werden. “Alles in allem wirkte das Kiezgespräch wie eine Prestigeveranstaltung zur Bürger_innenbeteiligung im Kiez. Es wurde nicht wirklich klar, ob und was sich verändern soll und wo sich die Wünsche der Anwohner_innen und Parkbesucher_innen treffen könnten -und vorallem, wieviel die Vertreter_innen von Stadt und Staat dazu beitragen können. Klar wurde, dass Probleme wie zu kleine Mülltonnen die Gemüter mehr erregte als die immer häufiger auftauchenden Polizeistreifen im Park. Die Tatsache, dass es im Görli immer mehr Vergewaltigungsfälle gibt, wurde nicht erwähnt. Auch das Menschen ohne Papiere sich z.T. nicht mehr in den Görli trauen, weil sie auf Grund ihres nicht mehrheitsdeutschen Aussehens von der Polizei kontrolliert werden, hatte auf der Veranstaltung keinen Platz. Scheinbar wollen viele Menschen lieber mehr Schilder, Regeln und Verbote, um den Görli in Ruhe zu nutzen – noch mehr Sauberkeit und Ordnung in SO36?!” Ein Fake-Flugblatt unter dem Motto: “Görli- ohne Dreck, Drogen, Punks und Penner?” hatte die Diskussion schon im Vorfeld angeheizt. Stimmung machen können die AnwohnerInnen (also, jene die wirklich am Gemeinwohl interessiert sind) eben immer noch am besten..

Eine Spreefahrt, die ist lustig..

dachten sich die potentiellen Investoren (auch einige aus Stuttgart), die dem Ruf des Vereins Berliner Wirtschaftsgespräche e.V. gefolgt waren, um sich die Vermarktbarkeit des Spreeufers reinzuziehen. Kritisch begleitet wurden sie von StadtbewohnerInnen, die ein gemeinschaftliches Interesse an den bisher öffentlich zugänglichen Räumen haben. Ein Bericht der Aktion bei Abriss-Berlin.

Aber nicht nur in unserem Kiez wird das Spreeufer bebaut. Eine der bestgelegenen Berliner Baulücken soll bald geschlossen werden: An der Spree neben dem Berliner Ensemble will das Kölner Unternehmen Vivacon ab Oktober eine Edelwohnanlage errichten.

Die nächste Möglichkeit an den Bürgerentscheid gegen das Großbauprojekt Media-Spree zu erinnern ist ein Tag vor der Abstimmung am 12. Juli um 15hr am S-Bhf. Warschauerstraße bei der Spree-Parade zum bereits gebauten Sinnbild kommerzieller Mainstreamkultur, der O2-Arena.

Voller Plan: Linke Buchtage und Wild-Gärtner-Tage

Was auch immer sich die OrganisatorInnen der Linken Buchtage dabei gedacht haben, fällt der Termin dieses Jahr mit der großen Defence-Demo “Für globale Migration” zusammen. Nun heißt es Prioritäten setzen und das fällt uns natürlich schwer. Deshalb findet hier das Programm zur Entscheidungsfindung.

Da wir ja häufig was über die Wild-Gärtner-Zunft schreiben, sei noch angemerkt, dass dieses Wochenende auch noch Langer Tag der Stadtnatur ist. Auf den Laskerwiesen geht da einiges. Auch der vom neuen Grundbesitzer zerstörte RosaRose-Garten in der Kinzigstraße öffnet den Bauzaun zur kritischen Begehung und einem kleinen Fest.

Auch die “Fiesta Kreutziga” unter dem Motto: Freiraeume freiraeumen! findet in der Kreutziger Straße in Friedrichshain findet statt. Immerhin das 18. Jahr Kreutziger Strassenfest. Eigentlich ein Muss für alle Nostalgiker von uns.

Die Fußball-Europameisterschaft ist auch noch, was uns keine Meldung wert ist. Dafür aber der kreative Umgang mit nationalistischen Äußerungen. Das Bild unten, hat in der aktuellen rechtsextremen Zeitschrift “Jungen Freiheit” für Aufregung gesorgt:

Linksextremisten präsentieren in Berlin-Friedrichshain stolz ihre “Trophäen”. Erst in der vergangenen Woche hatten Linksextremisten im Internet zu einem „Wettbewerb“ aufgerufen, der zum Ziel hat, möglichst viele Deutschlandfahnen zu stehlen. Neben den zahlreichen Flaggendiebstählen hat die Polizei in den vergangenen Tagen mehrfach Fälle gemeldet, in denen Autofahnen nicht gestohlen, sondern angezündet worden sind.

” alt=”Bild aus der rechtsextremen Wochenzeitung Junge Freiheit” />

Fast vergessen.. Der G8-Gipfel in Hokaido (Japan) findet auch dieser Tage statt und wird weltweit bespaßt. Und der internationale Actionday ist natürlich der 5. Juli. Die Leute von Gipfelsoli aus Berlin haben sich aber an die lokalen Bedingungen hier angepasst und rufen für den 4. Juli ab 16 Uhr zu einer Kundgebung vor die japanischen und italienischen Botschaft (Hiroshimastr./ Tiergartenstr.)

Freiraum Gardening und Aktionsfahrplan MS-Versenken

Freiräume, das alte Dilemma, sie werden nicht erbettelt, sie werden erkämpft. Aber wo fast nichts mehr zu erkämpfen übrig ist, müssen neue Wege her. Bis die Stadtplanung, Umweltleitplanung, Landschaftsplanung, Umweltämter und Behörden soweit sind könnt Ihr bis zum Sankt Nimmerleinstag warten, denn die wollen und werden eh nie soweit kommen, weil es ihnen nicht dienlich ist. In diesem Sinne angelehnt an einen Teil des Konzepts „Stadtguerilla“ versteht sich auch das Konzept der „Pflanzguerilla“, dass offenbar auch die Freiraum-Fraktion inspiriert hat. Gestern wurde der Platz hinter dem Rauchhaus, am Bethaniendamm, direkt am ehemaligen Mauerstreifen besetzt und die Samen keimen bereits.

Wie abgesprochen segelten an diesem Samstag auch die Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid gegen das Großbauprojekt Media-Spree in die Briefkästen der Friedrichshain-Kreuzberger. Der Initiativkreis Media-Spree-Versenken informiert deshalb über aktuelle Entwicklungen und den Top-Aktuellen Aktionsfahrplan> bis zum Abstimmungstag am 13. Juli?

Der Polizeipräsident ist der gleichen Meinung und gibt die Themen bis zum 13. Juli vor.Die TAZ fragt ihn:

Waren die Freiraumtage eine Renaissance der linken Szene?
Glietsch: Ich habe nie geglaubt, dass der gewaltbereite Teil der linksextremen Szene in Berlin tot ist. Mit einem Aufflackern bei bestimmten Gelegenheiten ist auch in Zukunft zu rechnen. Auch Mediaspree könnte so ein Anlass sein.

Auch die Kommerz-Hippies aus der Bar25, die Media-Spree weichen müssen, unterstützen die Media-Spree-Versenken Kampagne - nicht nur aus eigenen ökonomischen Interessen. Im TAZ-Interview beschreiben sie woher sie kommen und was für eine Gesellschaft sie sich vorstellen:

Wir sind ein Spielplatz für Erwachsene mit immer neuen Attraktionen: Wir haben den “Zirkus” für Theater, Filme und Performances, einen Kostümverleih, einen kleinen Wellness-Bereich und ein Musiklabel. Seit diesem Jahr gibt es eine Radiostation.

Die Wir Bleiben Alle! - Kampagne hat es endlich geschafft die großartige Broschüre zur Stadtumstrukturierung (aus MieterInnen-Perspektive digital zu veröffentlichen.

13. Juli: BürgerInnen-Entscheid gegen Media-Spree

Die Verhandlungen mit dem Bezirk das Großprojekt Media-Spree zu kippen, sind erfolglos gewesen. Deshalb wird es nun einen Bürgerentscheid am 13. Juli geben, bei dem alle Friedrichshain-Kreuzberger für den Vorschlag der Initiative Media-Spree-Versenken oder für den Vorschlag des Bezirksamts abstimmen können (ca. 27.000 müssen abstimmen und davon mehr als 50% für den Bürger_innenentscheid). Die Wahlberechtigten bekommen die notwenedigen Unterlagen zugeschickt. Bis dahin wird der Wahlkampf den Bezirk in Atem halten. Eingeläutet wird die heiße Phase heute auf Indymedia mit einem langen Beitrag zu den Hintergründen des wohl größten Stadtumbaus Berlins (der beidseitige Spreeraum zwischen der Jannowitz- und Elsenbrücke ist 8mal größer als der Potsdamer Platz). Auch ABRISS-BERLIN liefert einen neuen Beitrag, der erklären soll, warum Freiflächen und Lücken, wie am Spreeufer, erhaltenswert sind. Es gibt verschiedene Kino-Spots zum Thema. Der untenstehende beschreibt was passiert, wenn sich der Club der 21 Immobilienriesen durchsetzt.


Wer am Wahlkampf interessiert ist und an der politischen Meinungsbildung im Bezirk teilhaben will, kann schon morgen am 9. Juni um 19:00 Uhr im Yaam auf das Aktionstreffen der Kampagne kommen.

Was könnt ihr außerdem machen?:
Mit den Nachbarn, Kolleg_innen und Freunden darüber sprechen; Plakate kleben, entwerfen, in den Geschäften, auf der Arbeit und sonst überall aufhängen; Gemeinsam auf die Strasse gehen und demonstrieren; Spenden für Plakate und Broschüren (Spendenkonto: Rechtsanwalt Fadi El-Ghazi - Kontonr.: 1003 1340 93 - BLZ: 120 300 00 - Stichwort: “Bürgerbegehren Spreeufer für Alle” - Deutsche Kredit Bank); Informationstische machen; Broschüren verteilen; Sa. 12.7., mit Eurer Unterstützung Spreeparade zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Und wie waren die Freiräume-Aktionstage?

Militant.. Dieser nüchterne Befund scheint angebracht, wenn ihr euch die Verlautbarungen der Berliner Polizei und des Tickers zu den Freiräumetagen anschaut. Wer auf den Straßen unterwegs war und an den vielen spontanen Aktionen, Mini-Straßenfesten, Veranstaltungen und Partys teilgenommen hat, wird anderes in den Vordergrund rücken. Wir haben mal wieder was gemeinsam gemacht, gelacht, philosophiert und kritische Augenblicke zusammen durchlebt. Doch sowas hat keinen Nachrichtenwert - das ist nur für uns.
Nicht die Action war für uns der Grund für das bisschen Chaos auf den Straßen, sondern dem Glücksversprechen des Kapitalismus eine soziale Perspektive entgegenzusetzen.
Sehr am Herzen lag uns die kurzzeitige Wiedereröffnung des Beamer84, der zum Todestag des Hausprojekts Rigaer84 nochmal wiederbelebt wurde. Vielen Dank an alle, die das ermöglicht haben. Schon zur Halbzeit der Tage am Freitag wird auf Indymedia wild über Sinn und Unsinn diskutiert:

Wer heute in Berlin ein Haus besetzen will, der muss ein Bisschen mehr machen, als nur die Tür aufzuflexen. Eine Besetzung muss durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit und politische Initiativen und Gespräche, bis in die Institutionen hinein vorbereitet werden. (…) Wer darüber hinaus eine breite Bewegung aufbauen will muss sich die schwarzen M99 Lederhandschuhe dreckig machen und in Kontakt mit dem Stadtteil und seiner Bevölkerung treten, und zwar auf gleicher Augenhöhe”

Eine akzeptable Auswertung der Freiräumetage liefert das frisch gegründete SzeneBerlin bzw. die Ergänzungen auf Indymedia Die Mutter-Kampagne der Actiondays, WBA zieht ebenfalls Bilanz.

Und wie kommen die Tage beim Rest der Welt an? Ein lustiges Zitat beim Hauptstadtblog:

Der Forderung nach Freiräumen und der berechtigte Kritik an der zunehmenden Gentrifizierung wird mit Mitteln aus den 70ern und 80ern Nachdruck verliehen (Hausbesetzung, Straßenschlachten, Autos anzünden)

Auch Schweineherbst, der Berliner Blogger, muss sich mit den Aktionstagen beschäftigen. Nicht zuletzt weil seine Mutter vermutet, dass er was mit den Unruhen zu tun hätte.

27.5.-1.6. Freiräumeaktionstage: Was ist geplant?

Los gehts schon am 22. Mai. Die Rigaer94 zieht die Action-Days bisschen vor und veranstaltet eine reißerische Demo um 16 Uhr am S-Bahnhof Warschauerstraße.
Unsere Kumpels von Media-Spree-Versenken werden nicht müde und beradeln am 29. Mai ab 16 Uhr kollektiv das Spreeufer. Treffpunkt ist am Heinrichplatz. Überzeugendes Zitat: “Es ist Zeit, dass die Wünsche die Wohnung verlassen und auf die Straße gehen.”
Auch unser Lieblingsgarten RosaRose hat zusammen mit anderen eine Info- & Diskussionsveranstaltung zum Entwicklungsstand beim Revaler Viereck, Nachbarschaftsgarten Rosa Rose, Wriezner Freiraumlabor und weiteren Freiraumprojekten. für den 30.5. ab 18 Uhr im RAW-Tempel organisiert.

Auf der Kampagnenseite zu den Actiondays gibt es einen unvollständigen Zeitplan zu den Aktionen, die laufen sollen. Weiteres erfahrt ihr auch beim Stressfaktor.

Über die Ereignisse wird euch die gesamten 5 Tage lang ein PiratInnenradio auf 95,2 MHZ informieren.

Am letzten Tag wird der Mauerpark in Prenzlauerberg (der Teil, der wie Mitte wirkt) unsicher gemacht: “Stoppt die Besatzung des P-Bergs durch Porno-Hippie-Schwaben, Sicherheitsdienste, Bullern und Überwachungsgeile Nachbarn!”

Rosa Gärtnerei - Neue Möglichkeiten?

Arbeit mehrere Jahre zerstört Im März wurde der Nachbarschaftsgarten Rosa Rose in der Friedrichshainer Kinzigstr. vom neuen Besitzer unter Polizeischutz verwüstet. Jetzt gibts ein Video von der Aktion.
Letzte Woche wurden Halteverbotsschilder angebracht, die Bauarbeiten ab 7. Mai bis endlos ankündigten.
Pünktlich morgens am Mittwoch kam denn auch der Bautrupp. Eine spontan organisierte Frühstücks-Blockade konnte die Fällung von Bäumen und die Plannierung des Gartens leider nicht verhindern. Wir dürfen gespannt sein, was sich die GärtnerInnen aus unserer Nachbarschaft sich noch so alles einfallen lassen. Aus der Politik gibt es wenig Unterstützung

Wie die GRÜNEN sich Bürgerschaftlches Gärtner-Engagement vorstellen sehen wir am Konzept der Bürgerparks Helsingforser Strasse.

“Auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs wird in den nächsten Jahren entlang der Helsingforser Strasse ein öffentlicher Park entstehen. In Fortführung der Bürgerbeteiligung aus dem Jahr 2005 und der dabei entwickelten Ideen, soll dieser Park gemeinsam mit Anwohnern, Schülern, Initiativen und lokalen Unternehmen realisiert werden. Projektträger ist das Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg. Ziel für die gemeinsame Produktion des öffentlichen Raumes ist die Aneignung und Nutzung der Fläche durch Menschen jeden Alters. Die Herausforderung besteht darin, einen für viele Funktionen offenen und die Lebensqualität im Quartier fördernden öffentlichen Freiraum zu gestalten. “

\"Bürgerpark\" entlang der Helsingforser Strasse

Bisher scheint sich niemand hier “Raum angeeignet” zu haben. Ein paar alte Plakate an den Wänden, interessante Wurzeln auf einem Haufen, und ein Schlackenbeet mit Spontangrün. Die Betonfläche läd aber auch vortrefflich zum “gestalten” ein..

Deshalb: Scheiß auf den Bürgerpark - Wir wollen die Rosa Rose! - Rosenfest in Luhme mit “Rosa Rose” am 5. Juli ab 14 Uhr

“Wir bleiben alle!” nimmt Gestalt an..

Die Pläne für die Freiraumaktionstage in der letzten Maiwoche 2008 in Berlin werden langsam konkreter . Nach gewissen Engpässen bei den Vorbereitungen im Vorfeld des 1. Mai ist nun das Plakat zur Mobilisierung veröffentlicht. Auch die Website zu den Aktionstagen kommt langsam in Schwung. Angedacht waren die Tage noch von der Köpi. Weil die jetzt aber dauerhaft gesichert ist, wurde das Konzept auf die anderen Projekte in Berlin ausgeweitet.
Im Infoladen Daneben gibt es druckfrische Aufkleber und eine umfangreiche Broschüre zur Kampagne, Stadtumstrukturierung und Freiräumen.

Um auch mal in die Presse zu kommen hat wba kurz vor dem 1. Mai ein Nutzungskonzept für den Tempelhofer Flughafen vorgestellt. Maria Kron von „Wir bleiben Alle“ erläutert dazu: „Wir wollen, dass die Zäune wegkommen und die Menschen den neuen Stadtteil selbst organisiert besetzen können. Auf eine Ansiedlung kommerzieller Kultur oder geordneter Grünanlagen können wir getrost verzichten. Um den Ideen der Menschen genügend Platz zu bereiten, müssen zudem staatliche Zwänge wie etwa Bauverordnungen fallen gelassen werden.“

Zu einer ordentlichen Kampagne gehört auch ordentliche Mediennutzung. Das hat nicht nur das NewYorck mit seinem ersten Video-Newsletter verstanden, sondern auch wba. Und weil ja alles D.I.Y. (Do it Yourself) ist, hat das Bandkollektiv “Früchte des Zorns” zur Kampagne einen Solisong mit Videoclip veröffentlicht.


Auch die Friedrichshainer GRÜNEN beteiligen sich an Aktionstagen gegen Stadtumbau:
Do, 22. Mai 2008, Diskussionsveranstaltung zum A 100-Ausbau 19.30 Uhr im Nachbarschaftshaus Centrum e. V. Cuvrystr. 13/14

Media-Spree getestet, spaziert, gefilmt, diskutiert und prämiert..

Geschlossene Gesellschaft am Spree-UferUnsere Freunde der Kampagne “Media-Spree-Versenken!” haben mal die Uferpromenade östlich der Oberbaumbrücke (hinter Universal) getestet. Es war wieder das gewohnte Bild zu erleben: Wer nicht auf der Gästeliste von Universal Music steht, darf den “Uferwanderweg” nicht betreten, und zwar selbst dann nicht, wenn man ihn - wie auch einige andere - bereits fertige Abschnitte des Weges - hinter den vielen Zäunen und verschlossen Toren endlich findet, denn hier feiert nur eine Gesellschaft, namentlich die geschlossene.
Bis zu 1000 Menschen haben am erfolgreichen, dritten Kiezspaziergang des Initiativkreises am 19. April teilgenommen. Die Ankerthemen des informativen Spaziergangs waren Verdrängung und Stadtumbau. Dass der Widerstand gegen die vorherrschende Stadt- und Bezirkspolitik nicht nur zahlreich, sondern auch vielfältig und kreativ ist, ließ sich an den Schildern der Demonstrierenden ablesen. Auf dem Lausitzer Platz fand zudem eine queere Performance statt.
Eine Woche später an gleicher Stelle, platzte die Spekulationsblase! . AnwohnerInnen hatten um Hilfe zur Abwehr von Wohnrauminvestoren gebeten.

Und jetzt das:
Media-Spree-Versenken hat den Kurzfilmwettbewerb „Mediaspree wegspotten!“ ausgerufen. Es geht um Spots mit einer Länge von max. zwei Minuten, die in den Programmkinos des Bezirks laufen sollen. Die Spots sollen zum Ausdruck bringen, wieso es wichtig wäre, am Bürgerentscheid teilzunehmen und gegen Mediaspree zu stimmen. Die Filmchen (DVD) können eingereicht werden beim Offenen Montags-Treffen oder aber auf der „Filmgala“ am Freitag, 30.05.08, 22 Uhr in der Bar 25, Holzmarktstraße 25.
Nach den ersten Verhandlungen zwischen Bezirk und Initiative “Mediaspree versenken” gehen beide Seiten davon aus, dass es am 13. Juli zum Bürgerentscheid kommt. Bis dahin ist Wahlkampf..

Nächste Termine der erfolgreichsten Kampagne des Jahres
- 15.05.08, 19 Uhr Ideenwerkstatt Strandbars: „Strandbars vs. Bürotürme – was ist besser für den Kiez?“, Ort: YAAM, Stralauer Platz 35
- 17.05.08, 22 Uhr Supamolly, Jessnerstr. 41: Soliparty für die Rettung der Spreeufer
- 20.05.08, 19 Uhr Ideenwerkstatt Kreuzberg: „Nutzung und Gestaltung der Kreuzberger Spreeufer“, Ort: L.U.X., Schlesische Str. 41
- 30.05.08, 22 Uhr Filmgala „See you on the red carpet“ des Filmwettbewerbs „Mediaspree wegspotten!“ in der Bar 25, Holzmarktstraße 25

Zum weiterlesen: IndymediaPRINTThema Stadtumbau.

PIMP2 - Freiräume in Mitte/Prenzlauer Berg

Vom 7. Mai bis 17. Juni machen dreißig Projekte aus dem Kiez ein vielseitiges Programm und unterstützen damit das Bündnis Wir bleiben alle!. Das Programm bietet Filme, Vorträge, Diskussionen, Workshops, Konzerte und Parties.
Wie das simple Wissen um die Struktur und Besonderheiten “unserer” Räume wieder breiter gestreut werden kann, ist ein weiteren Anliegen der Kampagne. Also der Frage nachzugehen warum “wir” eigentlich alle bleiben müssen. ABRISS-Berlin macht sich darüber verstärkt Gedanken: “Frei wovon und für was?”

Straßenfest und Squatterdays - Wie wars?

Am Samstag den 12. April wurde in Berlin-Friedrichshain an der Kreuzung von Liebigstraße und Rigaerstraße ein Straßenfest veranstaltet. Es stand im Zusammenhang der Internationalen Aktionstage für besetzte Häuser und autonome Räume, anlässlich derer zahlreiche Aktionen in Europa weltweit stattgefunden haben. Für diese öffentliche Veranstaltung wurde die genannte Kreuzung für einen Tag besetzt und von unterschiedlichen (Haus-)Projekten und Einzelpersonen genutzt um Informationen auszutauschen und zusammen zu feiern. Tatsächlich folgten der Ankündigung nur wenige Nachbarn. Umso richtiger die harsche Kritik auf Indymedia:

“Vielleicht sollte mal über eine Änderung der Strategie nachdenken, wenn man sich Kraft und Unterstützung/ Solidarität aus der Nachbarschaft erhofft? Sofa auf die Straße gestellt und Kids mit Bällen auf dieses Beulkerfoto zielen lassen, das zieht halt niemanden an. (…) Wenn nich bald ein Sinneswandel passiert, dann ist es nicht der Kapitalimus, der von innen zu faulen beginnt, sondern dann faulen ganz andere Aktionen…”

Das untenstehende Video zeigt den letzten Teil des Straßenfestes. Die Polizei war geneigt die Straße nach Stundenlanger Besetzung endlich zu räumen. Doch so einfach war das doch nicht.


Was gabs noch an den Squatterdays?
Eine Critical Mass von 25-30 Fahradfahrer_innen blockierte temporär verschiedenste Kreuzungen in Berlin - Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Mitte. Anschließend kam es noch zu einer unangemeldeten Spontandemonstration.
Ein Überblick über die Ereignisse der beiden Tage findet sich auf Indymedia und in der Protest-Sendung der Freien Radios

Squatter Days - Berlin

Es hat sich ja in den letzten Monaten angekündigt: Die internationalen BesetzerInnen-Tage am Wochenende 11.-13. April bauen auf Eigenverantwortung und do it yourself. Keine zentrale Planung öffnet den Raum für eigene Aktionen. Du brauchst nur eine Handvoll Leute und Ideen - los gehts. Fragwürdiges Konzept in einer Linken, die auch zunehmend individualisiert und zersplittert ist. Ob es aufgeht werden diese Tage zeigen. Hier einige Tipps für Kurzentschlossene:
Heute ab 14 Uhr soll auf dem Dorfplatz (Rigaerstr./Ecke Liebigstr.) ein Straßenfest stattfinden. Im Anschluss daran wird im XB-Liebig die Doku “9 Tage hinter den Barrikaden” und weitere Filme zum Thema laufen. Im Sama-Cafe (Samariterstr. 32) danach Squats and autonomous spaces-Lounge. Chillout für die dezentralen Aktionstage. Quatschen, vernetzen, besetzen!
Im Mehringhof gibt es einen Mini-BuKo zu “Soziale Kämpfe in der neolieberalen Stadt”. Das Seminar für angewandte Unsicherheit (SaU) führt im Rahmen des Kongresses “The Right to the City” durch das kameraüberwachte und quartiers-gemanagte Friedrichshain. Heute 17 Uhr Warschauer Str./Revaler Str.
Zu den beiden Aktionstagen wird es auch ein Berliner Pirat_innenradio geben, das zwei Tage einen internationalen und einen deutschen Stream auf 95,2 Mhz senden wird, um euch auf dem Laufenden zu halten. Es gibt noch weitere Streams. Weitere Termine auch auf dem beliebten Portal Stressfaktor (mehr…)

Rigaer78 - Zu früh gefreut

Anscheinend hat das Hauskollektiv der Rigaer78 es nicht geschafft die Bedingungen der Bank für einen Kredit zu erfüllen. Damit rückt der Hauskauf wieder in weitere Ferne und der Traum vom unsanierten selbstverwalteten Haus ebenfalls. Während die Hausbewohner die überteuerten Forderungen des Hauseigentümers dafür verantwortlich machen, sind die Kommentatoren auf Indymedia kritischer:

Ich hab nur meistens das Gefühl, ihr Berliner Hausis seit so verplant, dass ihr eine Chance nach der Anderen eure Projekte zu erhalten an die Wand fahrt. Und dann sind wieder die bösen Spekulanten, Bullen und Politiker Schuld, weil ihr glaubt, nicht nach “deren” (=gesellschaftlich anerkannten) Regeln spielen zu müssen, weil ihr glaubt nen Projekt mit Militanz und Ignoranz verteidigen zu können.

Möglicherweise ist die Kritik berechtigt. Schon im Spetember 2006 wollten die Bewohner das Haus bei einer Versteigerung erwerben und scheiterten ebenfalls an der Kreditwürdigkeit: “Um jedoch einen Kredit aufnehmen zu können, müssen 20% Eigentanteil der geliehenen Summe aufgebracht werden. Dies entspricht 120.000 €. “

Obwohl schon im November 2007 die Verhandlungen mit dem Besitzer begannen, richtete sich die 78 erst im Februar - kurz vor Ablauf der Kauffrist - mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichlichkeit. Dort hieß es noch “Stadtumstrukturierung mal anders - Rigaerstr.78″

Reclaim the Streets: Wir bleiben alle!

Wir, das sind die linken Haus- Wohn- Kulturprojekte und Wagenplätze der Stadt Berlins, die sich in einer gemeinsamen Kampagne mit ihrem Fortbestehen beschäftigen. Explizit eingeladen sind alle, die die Projekte schätzen lieben und nutzen gelernt haben und ein wenig beitragen wollen.
Heute wurde schonmal gezeigt, dass wir es ernst meinen. Ein kleines Reclaim The Streets mit 50 Personen, die friedlich Fußball in der Simon-Dach-Straße spielten, musste wegen polizeilicher Unterbindung nach 20 Minuten abgebrochen werden. Also sind alle ab nach Kreuzberg und haben das gleiche dort wiederholt. Bericht auf Indymedia
“Wir bleiben alle” hat ein Forum eingerichtet wo ihr euch über die Aktion und generell zu den bedrohten Projekten äußern könnt. (mehr…)

Rosa Rose gibt nicht auf

Der Gemeindegarten wurde verkauft und soll nun bebaut werden. Der Besitzer des Geländes Steffen Kreutzer läßt sich trotz Kaufofferten der Garten-Nutzer nicht von seinem Vorhaben abhalten. Seine Frau Antje Kreutzer, die Bürgermeisterin im Brandenburgischen Luhme ist eine miese Wahlbetrügerin:

Nur wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und manchmal auch DIE EIGENEN INTERESSEN DEM WOHL DER GEMEINDE UNTERORDNEN, koennen wir für die Zukunft eine GEMEINDESTRUKTUR SCHAFFEN IN DER WIR UNS WOHLFUEHLEN und ein TEIL EINES GANZEN sind.
Schreibt sie im Wahlkampf und gewinnt auch noch.
Die Gartenpiraten machen gegen Steffen Kreutzer und seinen Bruder Thomas Kreutzer (TERRAPARK DENKMAL- UND ALTBAUERNEUERUNG GMBH, Krossenerstrasse 11, 10245 Berlin) unter dem Motto: “Die Kreutzer versenken!” mobil.
Der wütende GärtnerInnenmob wartet nach Ostern jeden Morgen ab 6.30 Uhr mit Mistgabeln und harten Kartoffeln bewaffnet im Liberacion auf den Bautrupp. Ohne Secruity-Schergen wird das also nix mit der weiteren Verwüstung und Bebauung des Geländes neben der Kinzigstr.9

*R o s a R o s e - A b e n d* mit Infos & Filmen & Rosa Cocktails
Mittwoch, 2. April 08, 19.30, Größenwahn HH, Kinzigstrasse 9, F’hain

Ansage nach Einbruchsversuch

Am frühen Morgen des 23. Märzes versuchten Unbekannte, in das Friedrichshainer Hausprojekt Liebig 34, die dortige nicht-kommerzielle Begegnungsstätte “XB-Liebig” sowie den Infoladen Daneben einzubrechen. Indymedia informiert.
Aus aktuellem Anlasse eine Nachricht an alle, die in der Liebig34 Geld, Glück und Gewalt suchen: Maximal letzteres werdet ihr finden. Das mittlere ist für uns reserviert und das erstere geht regelmäßig zur Aufrechterhaltung der Strutur drauf. Leute die linke Projekte beklauen sind mal ordentlich sozialschädlich, vom VS bezahlt oder merken nicht mehr was geht. Wen wir erwischen kommt in den Keller!

Unsere Türen halten Spekulanten und der Staatsgewalt stand. Wieso sollten sie Brechstangen und Rammböcken nachgeben?

Bürgerhaushalt in Friedrichshain

Fünf Berliner Bezirke beteiligen ihre Bürgerinnen und Bürger an der Haushaltsplanung (buergerhaushalt-berlin.de). Berlin - Lichtenberg und Marzahn - Hellersdorf beziehen bereits seit drei Jahren ihre Einwohner in die Entscheidungen zum Haushaltsbudget mit ein, und nun beginnen auch Treptow - Köpenick, Charlottenburg - Wilmersdorf und Friedrichshain - Kreuzberg damit. Unser Bezirk nimmt sich sogar vor, die Bürgerbeteiligung deutlich umfangreicher als Lichtenberg zu gestalten. Seit Anfang 2002 arbeitete eine Projektgruppe an der Konzeption des Bürgerhaushalts in Berlin.
Die Regionen FriedrichshainsFriedrichshain wurde in acht Regionen untereteilt. Unsere Region ist die 6. und wir hatten die Möglichkeit uns auf der öffentlichen Sitzung am 20.02. im Gymi in der Rigaer gegenüber den ModeratorInnen Michael Pinetzki und Sabine Slapa von contextplan slapa&zemke gmbh zu äußern. Gewählt wurden dort die Bezirksregionsprecherinnen Linda Kunze und Katja Driessen. Anbei die Favouriten der BürgerInnen (Nachzulesen im Protokoll der Sitzung: (mehr…)

Koepi gerettet, Rosa Rose umgebuddelt und Revaler5Eck verplant

Was sind das nur für Zeiten. Die Köpi mit ihrem wunderschönen Baugrundstück hats geschafft sich zu legalisieren und die olle Brachfläche (von Nichteigentümern auch Nachbarschaftsgarten genannt) neben der Kinzig9 soll noch diese Woche bebaut werden. Die Grundstückbesitzer wissen auch nicht mehr womit Geld zu verdienen ist..
Räumung am Freitag durch die Polizei.
Von der Website der Rosa Rose:

Freitag um 7 Uhr kamen Herr Kreutzer, Polizei und Bauarbeiter. Nach Gesprächen mit der Einsatzleitung wurde aber nur zur Kenntnis gegeben, daß jetzt ein Bauzaun gestellt wird. Weitere Polizeibeamte kamen herbei und räumten wenig gewaltfrei die Menschen die sich friedlich vor den Garten gestellt hatten, weg. Gegenwärtig wird der Bauzaun gestellt. Persönliche Anwesenheit von Politik blieb leider aus, die Presse berichtet.

Wer vorbeigeht kann sich selbst davon überzeugen. Der Eigentümer und seine Schergen haben ganze Arbeit geleistet: Alles ist zerschlagen und der Garten nun nahezu unbenutzbar.

Die NutzerInnen des Revaler-5-Ecks (RAW und Co.) werden sich offensichtlich wehren. Die Grundlage ist mit einem langen Recherche-Beitrag zur neuen Eigentümer-Gesellschaft R.E.D. zumindest geschaffen. Die Ex-Bezirksamt Schergen Tragsdorf und Kehl haben auch ihre Finger wieder mit im Spiel. Dann kanns ja losgehen. Zum Beispiel anläßlich der internationalen Freiräume-Tage am 11. und 12. April

16.000 gegen die Bebauung des Spreeufers

MS-Versenken in den RathauspassagenGestern wurden die Unterschriften für ein Bürgerbegehren der Initiative Mediaspree Versenken beim Bezirksamt an der Frankfurter Allee eingereicht. Einen Monat früher als geplant, da eine dreiste Kapitalisten-Clique um Harald Wolf (genau der von der Partei Die.Linke) beim Bezirksamt Bauvorbescheide eingereicht hatte, um Fakten zu schaffen und einer Sperrfrist (die gibt es wenn es ein erfolgreiches Bürgerbegehren gibt) zu entgehen. Der Indymedia-Artikel zu der Aktion beschreibt die Hintergründe mustergültig.

Die Forderungen der Initiative
- 50 Meter Mindestabstand zum Spreeufer für sämtliche Neubauten
- Einhaltung der Berliner Traufhöhe von 22 Metern
- Keine neue Autobrücke über die Spree im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

19.04.2008: 14 Uhr Boxhagner Platz Treffpunkt für Kiezspaziergang.

Mal ne ordentliche Bezirksverordnetenversammlung

Die BVV am 27. Februar wurde von verschiedenen bedrohten Projekten des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg genutzt, um die Auseinandersetzung auf eine andere Ebene zu heben. So stellen wir uns Parlamentarismus vor.

Auszug aus dem Flugblatt der Rigaer94-VertreterInnen

Vor ein paar Jahren gab es einiges an Stress um unser Haus und wir wurden mehrere Male polizeilich geräumt. Diese Räumungen waren sehr stressig und teuer. Die letzte große Räumung kostete den Senat nur für die Personalkosten der Polizei über 400.000 Euro. Und der ganze Trouble um unser Haus hat dem alternativen Bezirk nicht gerade positive Bilanzen gebracht.
Nun steht dieser ganze Stress schon wieder direkt vor der Tür. Wir haben uns fast alle Wohnungen und unsere Vereinsräumlichkeiten wieder aneignen können und es uns darin sehr gemütlich gemacht. Darum haben wir jetzt nicht vor, sie einfach so wieder aufzugeben. Auch zeigte sich in der Vergangenheit, dass Aufgeben oder Kapitulieren nicht gerade unsere Stärken sind.

8. März: Veranstaltung zu Feminismus

Superwoman
Offiziell ins Leben gerufen wurde der Internationale Frauenkampftag auf der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen am 26/27.08.1910. Damals diente er sozialistischen Frauen „in erster Linie zur Agitation für das Frauenwahlrecht“.
Mittlerweile füllen zunehmend mehr Interessen den 8.März – von Gewerkschaftlerinnen, über autonome Zusammenhänge, bis hin zu kommerziell aufgeladenen Angeboten an „die Frau“ reicht das Spektrum heute. Der Internationale Frauentag als „erfundene Tradition“ bietet nach wie vor eine Leerstelle, die mit eigenen Themen besetzt werden kann. Es liegt somit an den Gedenkenden und Feiernden selbst, wie sie diesen Tag begehen und welche Inhalte sie ins Zentrum stellen wollen.
Wir möchten an die Kämpfe jener Frauen erinnern, die sich seit zwei Jahrhunderten für die Befreiung der Frau und/oder die Befreiung des Menschen eingesetzt haben und die Landschaft der feministischen Theorie prägten. Wir möchten dazu anregen anhand eines historischen Rückblicks die „Frauenfrage“ und deren Entwicklung zu erörtern. Wir möchten dazu anregen, die aktuelle Situation zu hinterfragen, denn nach wie vor sind viele Ziele feministischer Politik nicht erfüllt.

8. März 19 Uhr Infoladen Daneben (Liebigstr. 34, 10247 Berlin)
Feminismus hat Geschichte! Von der feministischen Analyse zur Utopie!
(mehr…)

Rosa Rose soll geräumt werden

Letzte Woche erhielt der Verein, der sich für die Grünfläche Rosa Rose in der Kinzigstraße verantwortlich fühlt vom neuen Besitzer Steffen Kreutzer (Gefiplan Gesellschaft GmbH: Repenter Str. 6, 16837 Luhme, Tel. 033923 - 50960) eine Raeumungsaufforderung zum 29.02.2008. Seit zwei Wochen wird deshalb in Luhme (Brandenburg) beim neuen Besitzer demonstriert. Auf ihrer Internetseite liegen zahlreiche Artikel zum thema

Kommt alle am 2. Märzab 14 Uhr zum Gartenfest “Rund um Rosa Rose” in der Kinzigstraße sowie zur “Großdemo” in Luhme am 9. März (Treffpunkt 11 Uhr S-Bhf. Frankfurter Allee)